Persepolis und Wüstenstadt Yazd *458 KM

Wir fuhren nach den Bildern und der langen Nacht wieder früh am Morgen los, um uns das alte persische Reich anzuschauen:

Modell der alten Anlage von Persepolis

In voller Montur sind wir komplett über das ganze Gelände gelaufen. 4 Euro Eintritt für so ein großes Gelände waren ok. Voller Impressionen liefen wir über das Gelände und haben uns die Tafeln vom alten Xerxes und Alexander angeschaut. Für das Museum in der Mitte wurde erneut 4 Euro Eintritt verlangt, welches wir dann schlicht umgingen. Es war heiß, es war warm, wir trugen die Kameras mit uns, Jacken, komplette Montur – zurück zum Moped. Trinken, aufsatteln und weiterreiten. Es kam ein Schild Yazd geradeaus, Kerman rechts weg. Von da an hatte ich einfach keine Lust mehr. Ich empfand es mehr als sinnlos, für zwei Moscheen und drei heilige alte Steine 300 KM einfach durch die Wüste zu ballern, um abends völlig erschöpft dann noch sich durch die Stadt zu quälen (Das ein oder andere Mal ok, mal über seine Grenzen hinaus und es kommen auch schöne Bilder bei rum). Aber es wurde ein Punkt bei mir erreicht, der Energie- und Antriebslosigkeit. Gerne wäre ich direkt Richtung Kerman gefahren. Zumindest ging es mir so, während der Sauerländer stets motiviert den rechten Hebel Richtung Asphalt zog.

Wir fuhren ewig geradeaus. Immer weiter und weiter. An der Stelle ein großes Lob an „Time-to-Ride“ die Cruise Control ist einfach ein Muss für solche Strecken. Zack, da ist es erneut passiert. Wir haben uns getrennt. Anscheinend waren wir beide so müde, die Straße so eintönig. Die Funkverbindung hatte sich getrennt, hatte ich gar nicht aktiv mitbekommen und aus zwei gemeinsamen Reisenden wurden zwei einsame Reisende. Es war zu Beginn einer Stadt passiert, im Zuge von vielen Kreisverkehren. Am ersten blieb ich noch stehen und wartete, jedoch passierte nichts. Also auf, aus der Stadt raus, Richtung Yazd. Das Wüstenspektakel begann nun so richtig. Keine Bäume, kaum Sträucher, viel Sand, noch mehr Sand und weit und breit kein Sauerländer in der Wüste zu sehen. Eine Pinkelpause eingelegt und Warten war angesagt. Nach gefühlten fünf bis zehn Minuten, ein unverkennbares grelles Licht. Hier fahren alle ohne Licht, das musste die Twin sein und war es auch. Er war genauso müde wie ich und legte vor der Stadt eine kleine Gedenkpause ein. Somit zogen wir dann gemeinsam erfrischt im Leben zurück Richtung Wüstenstadt.

Am Abend in Yazd angekommen, von der Autobahn das zweite Mal in Folge den Sonnenuntergang verpasst zu fotografieren, haben wir uns erneut durch den Verkehr geschlungen. Wir suchten die Unterkunft „Silk Road Hotel“ um ggf. andere Reisende zu treffen. Gesagt, getan. Der Besitzer empfahl uns, alles abzupacken und nichts an den Motorrädern zu lassen. – Neue Erfahrung für uns, da bislang wir immer unsere Sachen weitestgehend am Motorrad lassen konnten. Das Silkroad Hotel ist auf jeden Fall sehr schön und gepflegt. Die Sanitäranlagen sind europäische Standards, es gibt luxuriös eine Klimaanlage und das Essen immer (den einen Abend und Morgen) Buffet. Wir aßen zu Abend. Es gab Kamelfleisch, eingelegtes Hühnchen und ewig geile Knoblauch-Aubergine. Eine deutschsprechende, in Paris lebende, Reisende haben wir getroffen und uns über Reiseerfahrungen ausgetauscht. Die Frau war alleine, ohne ihren Mann, im Iran unterwegs und war von allem stets begeistert. Einzige Beschwerde: Der „Taxifahrer wollte mich nicht zum Hotel bringen, sondern eine Stadtrundfahrt geben. Das kostete mich 5 Euro mehr.“ Wir, als auch sie selber mussten über diese Situation schmunzeln. Der Taxifahrer war so stolz auf seine Stadt, dass er einer Touristin auf jeden Fall alles zeigen wollte. Wir gingen auf das Zimmer und waren beide K. O. Der hochmotivierte Reisepartner schlief in seinen Klamotten auf dem Bett ein, sodass mein Weckversuch fehlschlug. Eigentlich wollte ich ihn wecken, um Bilder in der Nacht von der Stadt zu machen – no way. Der FC Bayern verlor schön zu Hause 1 zu 2 gegen Real Madrid und der Stream war so schlecht, dass der Kicker-Liveticker mir alles verraten hatte. Zur Halbzeit war auch bei mir Sense.

Der Innenhof vom Silk Road Hotel in Yazd mit Brunnen und Sitzecken

Die Freitagsmoschee von Yazd mit ihren zwei MinarettenStraße vor der Freitagsmoschee in YazdÜberdachte Basargasse in Yazd

Am nächsten Tag gequält noch einmal VPN zu probieren. Sämtliche 1194 Ports waren gesperrt. Eine Umleitung gelang mir am Vorabend auch schon nicht. Es war schlichtweg zum Kotzen. Zweifelhaft versuchte ich eine Kette in Pakistan zu organisieren über die Gruppe MAP (Motorcycle Association Pakistan), aber Facebook war ja auch gesperrt.

Mittags um 12 Uhr ging es weiter Richtung Wüste Lut.

2 Gedanken zu “Persepolis und Wüstenstadt Yazd *458 KM”

  1. Avatar von Dennis Dennis

    Ja, lieber Rhöner auf Reisen, man kann sich nicht alles anschauen! Ich habe diese Erfahrung schon leider zu oft selbst machen müssen. Als ich noch jung war, habe ich auch immer versucht alle mögliche Sehenswürdigkeiten zu sehen. Irgendwie klappt es ja auch, aber es vergeht einem schnell die Lust am ***Reisen***. Man muss eine gute Mischung aus allem finden! Abenteuer, Spaß, Kultur und auch Erholung.

    Ich hoffe die zwei Moscheen und drei heiligen, alten Steine werden noch eine Weile da liegen bleiben. Während deiner nächsten Reise, auf der ich dann mit meinem Hoverbike mitkomme, hast du nochmal die Gelegenheit vorbeizufahren.

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