400KM – Pawlodar und ab nach Russland

Wie beschrieben, die Nacht war der Horror. Ich kam mir wie geledert am nächsten vor und hatte auch wenig Ambition in dem Hostel noch zu Frühstücken. Das suchte ich mir dann unterwegs auf der Straße. Dachte mir, wie in Deutschland erstmal aus der Stadt rauskommen, dann findet sich schon eine Gelegenheit. Das Problem dabei war, ich war schneller aus der Stadt und wieder in der Steppe, als mir lieb war. Benzin wurde knapp und Hunger hatte ich nach 1 Stunden Fahrt immer noch. Die ersten Versuche waren stillgelegte Tank- & Rastanlagen (Das klingt immer so idyllisch nach deutschen Vorstellungen, wenn man aber nur eine alte verrostete, unscheinbare Tankstelle trifft, freut man sich auf eine Cola oder Fanta – nicht mehr idyllisch). Also umdrehen, es blieb einfach nicht erspart. Zumindest gab es beim 3. Halt dann endlich Essen. Die Zapfsäulen waren immer noch nicht geöffnet oder auch schon stillgelegt. Weiter ging es in Richtung Omsk (Russland) und eine passende Tankstelle gerade noch unterwegs gefunden – Nun kann es ja zum zweiten Mal in Richtung Russland gehen…. Aber das hat sich dann noch ganz schön lange gezogen. KM fressen ist hier definitiv ein neuer Begriff.

Nun musste ich Kazachstan verlassen und hatte noch ein paar tausende kasachische Tenge übrig. Naja was tun, tanken natürlich. Der Bock schluckte mehr Benzin, als der Russe Vodka. Also fuhr ich die nächste Tankstelle vor der Grenze raus, um mir erneut die Premiumqualität des Brennstoffs einzuverleiben.

 

Es kam zu einer Passage, an welcher es 30 KM Umweg befestigte Straßen zu befahren galt. Jedoch bin ich durch die Sandstraßen immer einen 4×4 Toyota LandCruiser hinterher gefahren.

An dem Grenzübergang endlich angekommen, war wider Erwartens wirklich auf einmal Verkehrsaufkommen. Wo kommen all die Autos aus dem Wald, oder stellen die sich Abends an und warten auf die nächste Möglichkeit eingelassen zu werden?

 

Welcome to Russia

 

Straßenbahn in  Omsk. Dahinter hatte sich ein Markt befunden. Dort hat man alles erhalten, vom Schuster über frischen Fisch über Teigwaren zum Schreiber. Wer etwas Kaputtes repariert haben wollte, ist hier richtig. Nun hatte ich ja meine Feldflasche mit 2 Nieten in einer Tasche am rechten Motorschutzbügel. Die hatte es bei einem der Stürze im Sand zerledert, sodass die Nieten weggeflogen waren. Somit suchte ich einen Schuster, welcher mir 2 Nieten für die Weiterreise auf die Tasche macht. Die erste Anlaufstelle war leider nicht die Richtige. Der Mann in dem kleinen Holzhäuschen hatte jedoch einen Lokal angesprochen, welcher mich zu der richtigen Stelle begleiten möge. Leider kam der Mann mir nicht richtig koscher vor und war etwas auf Distanz. Naja, er zeigte mir wo ich das machen könne, dieser hatte mich auch direkt die Tasche neu genietet. Auch sehr freundlich, für nichts. Die Begleitung jedoch war wohl angetrunken und hatte mich bei Seite gezogen und mich nach Geld gefragt. Ich hatte meinen Ersatzgeldbeutel gezückt und meine Inhalte gezeigt, dass ich kein großes Bargeld besitze. Er versuchte mir noch weiter auf russisch verständlich zu machen, dass doch ein Reisender mehr Geld haben müsste. Ich zuckte mit den Schultern und tat mehrfach, als würde ich nichts verstehen. Letzt endlich ging ich dann im Guten nach einem sehr sehr festen Händedruck wieder zum international Hostel.

An den Atombomben vorbei

Auf dem weiteren Weg nach Pawlodar und weiter in Richtung Russland, musste ich durch das größte Atombombentestgebiet der Welt fahren. Der Name Semipalatisnk ist berühmt für mehr als 450 Atombombentests zu jener Zeit. Gerne auch hier nachzulesen. Einerseits fuhr ich mit einem unwohlen Gefühl durch die Gegend, andererseits war hier halt einfach nichts. Also mehr wie nichts, gar nichts.

Die Stadt hatte natürlich als Statue ein Atom als Wahrzeichen.

Weiter ging es über viele schlechte Straßen. Manche befanden sich im Neubau, manche sahen aber schon immer so aus. Und Umleitungen von der „2 spurigen Sandautobahn“ durch einen überfluteten Birkenwald zwischen LKW´s war echt nicht ein geeigneter Zeitpunkt um anzuhalten und Bilder zu machen. Aber ein paar Straßen sahen mal wieder so aus:

*Joa, tolle Bundesstraße in Kazachstan

*Zufahrt zur Tankstelle

*Das soll mal ein Fundament für eine neue Straße sein, denke ich zumindest.

 

In Pawlodar angekommen fand ich ein Hostel als Unterkunft. Die Angestelltin vom Hostel hat einen weiteren Kollegen und mich zu einer Art Kantine gefahren. Dort haben wir zu zweit Abend gegessen. Bei der Bestellung hatte der junge Herr einfach sein Essen mit meinem Tablett verrechnen lassen. Naja, dachte ich mir. Er wollte viel mit mir auf englisch reden, bis ich dann auf dem Heimweg wusste warum er so viel Interesse zeigte. Ich bin Europäer und muss einfach viel Geld haben, so seine Schlussfolgerung. Weiterhin erzählte er mir, dass seine Mutter mit Krebs im Sterben liegt und ihr nur noch eine teure Behandlung helfen könne, welche ich finanziell untersützen sollte. Eine reine Geldspende verneinte ich, jedoch habe ich ihn angeboten auf meinen Blog und diversen Internetseiten Werbung für seine Spendenaktion zu machen. Irgendwie hatte er kein Interesse. Das hat mich wiederum Schlussfolgern lassen, dass es eine schlechte Bettelmasche des Jungen war.

Die Nacht war einfach nur der Horror…… Die Wände des Hostels waren aus dünnen Rehgips. Die Bude war so hellhörig, dass man bei Blähungen aus dem Schlafsaal nur Gelächter hörte und on Top, als wäre das nicht genug, hatte sich im Nachbarzimmer ein frisches Liebespaar eingefunden. Genial, so wenig Schlaf wie in dieser Nacht, hatte ich bislang noch nicht sammeln dürfen…….. Am nächsten Tag um 6 Uhr stand ich auf der Matte und hab völlig entnervt die Spanngurte um den Bock gespannt und bin komplett übermüdet in den Tag gestartet.

Aufenthalt Öskemen

Es gab mehrere Gründe nach Öskemen zu fahren.

Meine Freundin hat zur kasachischen Bekannten ein Paket geschickt, welches ein komplett neuen Kettensatz enthalten sollte. Wir gingen nicht davon aus, dass der Kettensatz aus Pakistan A- Original ist und B- solange hält. Wie sagt so schön ein Transalp Kollege zu Regina Kettensätze: „Wer verbaut schon Motorrad Ersatzteile, die Frauennamen tragen.“ Jao – lass ich jetzt mal an dieser Stelle so stehen. Weiterlesen „Aufenthalt Öskemen“

Kazachstans Straßen zollten Tribut

Am Folgetag aufgestanden und nach dem Duschen ab Richtung Motorrad gelaufen. Tatsache, der Schweißer vom Vorabend hatte mit lauter Lappen und alte Decken das komplette Motorrad abgedeckt. Er selbst war schon wieder am Arbeiten an der Straße in seiner Garage. Es hat sich herausgestellt, dass ich ein deutsches Paar hinterher fahre. Sie hätten 2 Hunde dabei und wären in einem Jeep unterwegs. Dieser hatte anscheinennd an der gleichen Stelle gehalten da es technische Probleme gab und wurde von dem gleichen Mann gelöst. Weiterlesen „Kazachstans Straßen zollten Tribut“

Erneuter Abschied

Kaum hat man sich kennen gelernt, schon trennten sich unsere Wege. Und ich fuhr einfach mal in Richtung Norden – hier etwas kurz gehalten. Immer wieder auf Horizont Unlimited online, jedoch hat sich nichts passendes ergeben. Viel Erlebtes, viele Geschehnisse und alles was mir nun letzt endlich als Alleinreisender ging mir durch den Kopf. Kommt Zeit kommt Rat. Es ging von Almaty in Richtung Öskemen. Weiterlesen „Erneuter Abschied“

Karakol in Richtung Kazachstan

Über die Plattform Horizon Unlimited habe ich meine Reise und den aktuellen Standort gepostet. Mich hatte die französische auch reisende Celia angeschrieben gehabt, ob wir nicht ein paar Adventure Touren zusammenfahren können. Celia ist nach Kyrgyzstan geflogen und hatte sich vor Ort ein Motorrad geliehen, mit welches Sie den Pamir Highway fahren wollte. Wir organisierten uns einen gemeinsamen Treffpunkt, was nicht wirklich so einfach war. Memo´s Guest House ist etwas versteckt und fährt sehr schnell daran vorbei. Weiterlesen „Karakol in Richtung Kazachstan“