Karakol in Richtung Kazachstan

Über die Plattform Horizons Unlimited habe ich meine Reise und den aktuellen Standort gepostet. Mich hatte die ebenfalls reisende Französin Celia angeschrieben, ob wir nicht ein paar Adventure-Touren zusammenfahren können. Celia ist nach Kyrgyzstan geflogen und hatte sich vor Ort ein Motorrad geliehen, mit welchem sie den Pamir Highway fahren wollte. Wir organisierten uns einen gemeinsamen Treffpunkt, was nicht wirklich so einfach war. Memos Guesthouse ist etwas versteckt und man fährt sehr schnell daran vorbei. Letztendlich haben wir uns getroffen und ich machte richtig große Augen, was das Thema Gepäckoptimierung betraf. Sie hatte eine 250er bereits in Frankreich organisiert, welche vor Ort gemietet werden kann. Damit sind wir zusammen auf Touren und im Gepäck war ein 40-Liter-Wanderrucksack. Ohne Koffer, ohne Tankrucksack, ohne Seitentaschen oder andere weitere Gepäckstücke. Irre – einfach irre. Das Mädel hatte so kurze Beine gehabt, dass sie die ganze Zeit mit dem Moped kippelte und im nächsten Satz sprach sie vom Pamir Highway. Äh, immer noch irre 😀

Nun hat eine riesige Diskussion stattgefunden zwischen Memo, dem Inhaber vom Hostel, mir und Celia. Es sei nicht erlaubt, dass sie in dem riesigen Raum, welcher mir zur Verfügung gestellt worden ist, eine Luftmatratze auf dem Boden aufbaut. Draußen fing ein Wetterumschwung an und es wurde sehr unangenehm kalt und nass (Schneeregen von den Bergen machte sich breit und das Ende Mai). Naja, ich habe mich dann einfach ausgeklinkt, weil mein Bett A bezahlt und B bereits bezogen war. Bin zurück in das Zimmer und habe auf ein Ergebnis und das Ende der Diskussion gewartet. Das zog sich dann irgendwie mehr als 2 Stunden und Celia kam in die Tür etwas entnervt: „I have to camp in the garden, I build up now my tent“ – irgendwie lustig. Und das wurde dann als Zeltplatz verkauft 😀

Wir fuhren zum Einkaufen und besorgten uns Lebensmittel, da wir etwas Geld sparen wollten und nicht ein Abendessen über das Guesthouse beziehen wollten. Somit machten wir uns eine Kleinigkeit für den Abend zurecht und gut war. Am Abend fragte Memo, ob ich das inkl. Frühstück in Anspruch nehmen möchte. Klar wollte ich das, wenn es was umsonst gibt, schlage ich auch zu 😉 Am nächsten Tag um 11 Uhr aufgestanden, fragte ich höflich nach dem Frühstück, bzw. machte mich erst einmal bemerkbar. Ein leckeres Essen wurde serviert und Memo hatte sich auch alle Mühe gegeben, das Essen später als Mittagessen mir in Rechnung zu stellen. Irgendwie war ich 2 Nächte dort und es waren ständig Diskussionen und jeder 5. Satz war „You can never trust anyone“. Weiterhin wurde uns mehrfach erzählt, wie toll doch Kyrgyzstan ist und man solle Sternausfahrten machen und abends wieder zurückkehren. So kann man auch Werbung indirekt machen. Naja, lasse ich mal so jetzt stehen. Am Ende des Besuchs vom Karakol Lake verabschiedeten wir uns von Memo und fuhren in Richtung Kazachstan. Dachten wir 😀 – Wir sind eiskalt 1,5 Std. in die falsche Richtung gefahren und fuhren durch Alleen, in denen viele tote Raben auf der Straße lagen, bis ich feststellte, A falsche Richtung und B ich habe den Schlüssel noch von Memo. Also, wir sind ja anständig und mussten eh wieder über die Stadt Karakol fahren – wir geben den Schlüssel ab.

Memo fragte uns, ob wir seine empfohlene Bank und Exchange-Büro gefunden haben, welches ich verneinte. Mir war es egal, da ich zu jedem Automaten gehen kann. Celia hatte auch danach gefragt. Jedoch kam gleich „YOU DID NOT FOLLOW MY ADVICE?!?!?!“ Im Nachhinein war das dann einfach der Punkt, an dem man merkte, ein Wiedersehen möchte man einfach nicht. Es war stets schwierig, alles musste nach seiner Nase laufen und alle Menschen um einen herum wären „teuflisch und würden nur Schlechtes“ wollen. Sehr energieraubend so eine Unterhaltung über Tage hinweg.

Celia und ich fuhren nun endlich den richtigen Weg in Richtung Kazachstan. Auf dem Weg lag noch eine Riesenempfehlung von Memo, welche wir unbedingt nicht verfehlen durften. Gesagt, getan. Wir kamen an, es war ein läppisches „Alpendorf“ und er verkaufte es uns als Riesenattraktion. Er wusste genau, wir kommen aus Europa, Celia aus Frankreich, wir kennen solche Dörfer und es ist gerade für uns nicht so eine Sehenswürdigkeit, wie er es beschrieben hatte. Aber der Punkt ist, warum ich das erzähle: Wir mussten einen großen Umweg über schneebedeckte Fahrbahn fahren. Das heißt Zeit und Celia war Fahranfängerin. Nach Rücksprache mit Celia gingen wir davon aus, dass er sich letztendlich wohl erhoffte, wir kämen erneut für eine weitere Nacht zurück (Cash/Money).

Wir taten es nicht und sind den Pass weiter in Richtung Kazachstan gefahren, auch wenn es schon spät war. Um 18 Uhr macht die Grenze zu, wir kamen um 18:30 Uhr an und hatten Riesenglück, dass wir so freundliches Personal an der Grenze hatten. Natürlich waren sie neugierig und wollten in schlechtem Englisch Sachen erfahren über Ausrüstung, wo kamen wir her, was ist unser Ziel, warum machen wir das, wie ist es in China etc. Es war genial. Sehr, sehr nettes und zuvorkommendes Personal. Wir durften auch nach der offiziellen Öffnungszeit ausreisen und fuhren somit nach Kazachstan ein und suchten uns einen geeigneten Platz zum Zelten.

Matschige Piste durch verschneite Berge in KirgistanEndlose Schotterstraße durch die verschneite HochebeneBreite Piste durch die Hügel, links und rechts noch SchneeDie Alp vollbepackt im Schnee am Ortsschild von JyrgalanKleiner Laster vor einem bunten Dorfladen, Straßenhunde drumherum

Kommentar verfassen