Endlich Kyrgyzstan

Nach der Nacht an der kirgisischen Grenze funktionierte das Internet wieder, sodass wir einreisen durften.

Schlafplätze am Zoll – Isomatten und Gepäck auf dem Fliesenboden

Schlafplätze am Zoll 🙂

Am Zoll liefen wir noch einmal zu unserer Kaffee-Expertin vom Vorabend. Sie backte frisch Brot für ihre Gäste, bot Brei, Eintopf, Fleisch etc. für ihre Gäste an. Nespresso zum Aufgießen…. Hmmmm ist das lecker……… (Boah, kann ich die „sch….“ nicht mehr sehen, das hat nichts mit Kaffee seit Anatolien zu tun). Wobei das Essen wieder alles wettgemacht hat, es schmeckte das frisch gebackene Brot einfach super.

So fuhren wir los.

Wir fuhren die Passstraße entlang und es ging in die ewigen Weiten von Kyrgyzstan. Endlose Hügelketten (Hochgebirgsketten) entlang. Diese Berge sahen aus, als wären sie knuffig, wollig und einfach schöne Hügel wie Wolken. Klein, rund, unscheinbar (sollte man zu Fuß mal erklimmen, dann geht einem die Pumpe wie ein Pferd). Mit meiner Alp tuckerte ich mit wenig Sprit im Tank den zwei neuen Motorrädern vom Sauerländer und vom John (BMW GS1200) hinterher.

  • weniger Tankvolumen
  • weniger Power
  • weniger blink blink
  • weniger Prestige (was in Lahore definitiv zum Vorschein kam)
  • weniger Komfort (angeblich)

Mein Ziel war es, mit wenig Sprit definitiv noch nach Naryn einzulaufen und nicht unterwegs auf andere Hilfe angewiesen zu sein. Somit tuckerte ich, bis die zwei Blink-Blink-Bikes vor mir stehen blieben und anscheinend bereits einen abgeschlossenen Deal mir mitteilten.

  • Johns Ziel war es, nach Bishkek zu fahren, um endlich nach über 1/4 Jahr seine Frau wiederzusehen, welche dort auf ihn wartete.
  • Unser Ziel war es – nach all den Strapazen aus Pakistan (KM Fresserei), China (unendliche Diskussionen, Warten, körperliche Leere) uns wieder aufzutanken. Vorbereitungen für den Pamir Highway zu treffen und einfach endlich wieder die Zeit genießen zu können.

Somit trennten wir uns und verabschiedeten uns von einem neuen tollen Freund, dem wir auf seiner Reise weiterhin alles Gute wünschen. Viel Erfolg und vor allem Gesundheit soll ihm wiederkehren.

Wir fuhren in Richtung Tal entlang und sahen wieder Adler, die Könige der Lüfte, am Himmel ihre Kreise ziehen. Es ist einfach gigantisch, entlangzufahren, und die Könige ziehen ihre Kreise über das rollende Motorrad. – Unglaublich schönes Gefühl in den Weiten des Nichts.

Am frühen Mittag in Naryn angekommen, haben wir eine Unterkunft gefunden, welche wieder sichere Parkplätze für unsere Motorräder geboten hat, als auch die Möglichkeit, die Motorräder in Wartung zu nehmen. Gesagt getan. Es war an der Zeit, die Kette zu wechseln, welche das Elend seit Beginn der Reise nicht mehr sehen wollte, konnte und auch sollte. Es ist einfach schlichtweg scheiße….. Jeden zweiten Tag, wenn man die KM schruppt, die Kette stellen zu müssen. Verflucht sollst du in Naryn deinen Lauf nehmen (Vl. kommt sie ja noch mal auf den Schwarzmarkt und als neuer China-Import zurück, was nicht mal so unwahrscheinlich ist, nach dem, was wir noch gesehen haben).

In Naryn holten wir nach, Schlaf, Energie, Bier, Internet, Dusche, Zeit für Freundin, Zeit für uns, Zeit für Motorräder, Zeit für das Wesentliche. Einfach keinen Stress, keinen Zwang mehr, keinen Verlust vom Gedanken „Wir müssen doch……..“, welcher Gedanke sich sehr, (zumindest in meinem Kopf) eingebrannt hatte.

Am Abend versuchten wir uns an der 1,5 Liter Pulle Bier, welche wir kauften. Wer frischen Fußpilz hat, ist bestens beraten diese Plörre zu kaufen. Er möge bitte darin baden gehen. War das Zeug widerlich. Mein Kumpel Leo mit der SC21 würde jetzt sagen, lieber widerlich, statt wieder nich. Dem war aber nicht so. Somit fuhr ich noch einmal los zum „Magazin“ (Einkaufsladen in der ehemaligen Sowjetunion) und kaufte kirgisischen Vodka ein. Als ich aus dem Laden zurückkam, waren Kinder spielend auf dem Motorrad. Naja, ich hatte Bock, die Kinder waren gut drauf, also fragte ich diese mit Händen und Füßen, ob sie nicht mit mir reisen möchten.

Der erste Mutige von 5 Kindern verstand das Ganze dann und meinte ja, ich ich ich. Also, komm auf. Ich gab ihm mit Gesten zu verstehen, dass er aufsteigen soll. Gesagt getan. Somit fuhren wir zu zweit im ersten und zweiten Gang los, keine 150 Meter, bekam er Schiss und sagte, „no no no no, back, back back back“ xD Er dachte echt, dass ich ihn als Souvenir einfach mit auf die Reise nehme. Als wir wendeten und bei seinen Freunden anlangten, war es wie eine Kettenreaktion. Jeder wollte eine Runde……… Es kamen immer mehr Kinder. Nach der sechsten Runde sagte ich dann einfach „OK UND DU BIST DER LETZTE, DANACH IST FEIERABEND“ und fuhr den Letzten einmal von A nach B. Sie tauschen sich in ihrer Landessprache aus und hatten alle was zu lachen. Ich war fröhlich und fuhr zu meinem Freund in der Unterkunft zurück. Wir machten uns einen schönen Abend und nahmen Kontakt mit unseren Liebsten auf und genossen die Zeit.

Easy. – Weiter geht’s.

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Wir durften am Pass nicht einreisen, da kein Internet vorhanden war. Nachdem wir uns mit LKW- und Motorradfahrern ausgetauscht hatten, „Woher kommt ihr?“ „Deutschland“ – „Heil Hitler“

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Der „Fusel“ aus Kyrgyz Republic. – Gleichzusetzen wie „White Birch“ und definitiv höherwertig. Hammer Zeug.

Der Hoteleingang mit weißen Löwenfiguren, unsere Motorräder davor

Der Hoteleingang, vor den wir vor der Abreise unsere Motorräder gestellt haben.

Der stolzeste Kirgise ever mit seinem Volvo-Truck

Der stolzeste Kirgise ever! Er war stolz auf seinen Nobelhobel, welchen ich mir unumgänglich detailliert angeschaut habe. Innenausstattung, PS, Elektronik, Leder, Sitze, verstellbares, Liege, Aschenbecher, Halterungen für Seife, Wasser etc. etc.

Kurze Reparatur in der Werkstatt – der Träger wird bei voller Montage geschweißt

Kurzfristige, weitere oberflächliche Reparatur. Bei voller Montage, wieder geschweißt. Ob das mal halten mag – sehen wir später.

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