Pakistan Eskorte 1 – Dalbandin *295 km

Endlich. Früh am Morgen ging es los. 6 Uhr aufgestanden, 7 Uhr Abfahrt, so war der Plan. Unser slowenischer Freund saß gemütlich auf dem Stuhl und aß sein Brot vom Vorabend zum Frühstück. Der Mann mit der AK in der Hand, „go go go, get ready!!“ Doch unser Freund ganz gemütlich: „only five minutes“ – Meine Ansicht ist schlicht weg: Er hat nicht verstanden wer die Knarre in der Hand hat. Bislang verstehe ich nicht, wie man Waffen in dieser Art und Weise einfach ignorieren kann.

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Ein Bild mit einem bewaffneten Mann hatte ich meinem Freund aus dem Bidenkopfkreis gesendet. Er meinte schlicht: „Pany von Kradvagabunden sagte – „Es gibt Regionen, welche man nicht bereisen muss“ – Meine Antwort war schlicht, klar, einfach, direkt: „Er hatte Recht“.

Seitenkommentar zur Seidenstraße:

Es führen auch nicht viele Wege nach Indien. Man kann Schiffe oder Flugzeuge wählen. Landweg geht leider nur über diese Region „Belujistan“. Oder man nimmt halt Afghanistan, vl. ist es dort besser 😉 Es gibt auch nicht viele Straßen zur Auswahl, denn alle anderen sind gesperrt. Das versicherte uns auch ein höherer Militärangestellter. Somit wählten wir die einzige Möglichkeit.

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Weiter im Geschehen:

Wir wurden jedes Mal gefragt: „Hatten Sie Sicherheitsprobleme“ Welche wir ohne Gewissen jedes Mal mit „Nein“ beantworten konnten. War ja auch so. Dennoch mussten wir im Militär Konvoi fahren und hatten immer Waffengewalt in der Nähe. Fotos, kein Problem. Jedoch ist man einfach an ein fahrendes Fahrzeug gebunden und kann nicht schnell mal anhalten, aus Sicherheitsgründen.

Aus Taftan raus lief alles super. War einfach nett, Sympathie war vorhanden, es war gut . Ok, überall gab es Checkpoints, hatte man gelesen. Anhalten, Passport, Name, Vatername, Kennzeichen…. etc. Das Übliche und das auch x-mal. Manchmal konnte man es verstehen. Manchmal, innerhalb 500 Meter 3x, konnte man es nicht verstehen. Am Ende des Tages hatten wir geschätzt 20 Checkpoints durch.

Vor dem „Feierabend“ fing es an: „Habt ihr Durst“ – klar…. Also führt er uns zum Kiosk, an welchem man Wasser kaufen konnte. Gesagt – getan. Mit dem Umrechnungskurs war man noch nicht so vertraut und nach 6 Std. Sonnenfahrt durch die Wüste auch nicht der Frischeste im Kopf. Ergebnis: 3$ für 4 Flaschen Wasser – Abzocker. Dann: „Möchtet ihr was essen?“ Klar ist man hungrig, wenn man 6 Std. fährt und nur zum Chai und Wasser oder Fahrzeugtausch anhält. „Ja komm her, hier kannst du bestellen.“ Ich meinte nur, dass ich nicht einfach so bestellen möchte und gerne meine Begleiter fragen möchte. Auch gesagt – getan. Es durfte immer nur einer mit um eine Bestellung oder einen Einkauf oder sonstige organisatorische Dinge zu erledigen. Sauerländer kam zurück „Essen ist möglich, kostet aber pro Person 5 $“ Und das in einem Land, in dem ein Sack Reis zum Frühstück serviert wird. Dankend abgelehnt. Pure Abzocke. Wir mussten tanken, Sprit war ja auch mal alle nach 300 KM trotz Reserve und rum getuckere. Wir fuhren zu einer (Schwarzmarkt) Tankstelle nach Wahl unseres eskortierenden Fahrzeugs. Dass wir nur noch US-Dollar hatten, war ihm nicht bewusst. Er kam an: „How much do you need“. Dass wir natürlich komplett leer waren, war glaube ich jedem bewusst. Die Antwort meines Freundes war die Beste überhaupt: „Ooooh, hmmm so, maybe 5 liter? I dont know.“ Das schmeckte unserem Verarscher überhaupt nicht und mit Dollar konnte man ja auch nicht bezahlen. Also fuhren wir angeblich zur nächsten Tankstelle. Fuhren, fuhren, fuhren, in ein Dorf, ums Eck, ums Eck, ein Tor ging auf und wir standen im Innenhof eines Hotels. – „Geile Tankstelle“, dachte ich mir.

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Direkt kam ein Mann an und fragte, ob wir Sicherheitsprobleme hatten – erneut „nein“. Er schien kein einfacher Soldat zu sein. Sprach sehr gut Englisch, hatte viele Kontakte und für alle Anliegen ein Ohr bzw. eine Lösung durch Kontakte. Hatte keine typische Uniform an. Trug Kleider, welcher auch nicht jeder anhatte, da die Stoffe „gelabeled“ waren und er anders kommunizierte.

Letztendlich durften wir in seinem Kiosk für „gehobene“ Preise einkaufen. Das bedeutete, wir zahlten mehr als Einheimische, jedoch für uns tragbar und er hatte dennoch Geschäft generiert. Dies machte sich deutlich, nachdem wir zahlten und ein Batzen Geld über die Theke von Hand in Hand floss. Naja, wir waren einfach im Arsch. Im Sitzen einzuschlafen in voller Montur hieß einfach körperliche Grenzen direkt erfahren zu haben. Wir wurden x-mal nach Name, Vatername, Kennzeichen und Passport gefragt. Ich hatte die Schnauze schlicht weg voll. Aber sowas von.

Den Rest des Tages hatten wir geschlafen, um den Akku wieder aufzuladen. Zum Abend hin etwas Regung in der Gruppe, wir wurden hungrig. Unserer bewaffneten Begleitung durften wir natürlich das Essen bezahlen. Danach ging es wieder ab in die Koje, da am Morgen um 5 Uhr der Wecker klingelte und 6 Uhr Abfahrt war.

Nach 12 in der Nacht rappelte es an der Tür, dann war auch bei mir Sense. Bis ich wach wurde, war schon mein Sauerländer an der Tür und hatte irgendwas gemacht. Im Halbschlaf gereizt nur tief von mir gegeben: „ITS AFTER 12 PM, WHAT DO YOU WANT, I WANT TO SLEEEP, SO WHATS UP“

Rumgedreht, weitergepennt. Ich hatte so die Schnauze voll von dem Laden, aber sowas von gestrichen. Kam ja noch besser…… „Blog Quetta – folgt“

Gute Fahrt und das Schwarze immer nach unten !!!

7 Gedanken zu “Pakistan Eskorte 1 – Dalbandin *295 km

      1. Chris

        Oh shit…
        Improvisieren?
        Federspannung der Kupplung mit Unterlagscheiben vergrößern, irgendwelche Scheiben rein, welche wieder Kraftübertragung herstellen… aber schon blöd, da wohl keine neue Dichtung für den Deckel vorhanden ist…
        Trotz allem kann man auf solchen Touren mechanisches eher als elektronisches reparieren.

        Habt Ihr Zeitdruck?
        Kann man die Teile senden…? Der Sauerländer schafft einen Kupplungswechsel, da bin ich mir sicher.

        Gefällt 1 Person

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