Stimmungsschwankungen pur *235 km

Spät aufgestanden, am Abend zuvor noch den Blog gemacht, startete ich nach einem Kaffee auf die Straße. Es war Sturm ohne Ende:

Staubsturm auf der Landstraße Richtung Öskemen

Eigentlich war mein Ziel, Öskemen zu erreichen. Die Strecke war schlichtweg Scheiße.  Später kam noch Feuer auf: Anscheinend wurde irgendwo etwas verbrannt, oder es war bei so viel Rauch auch ein Steppenbrand. Die Bundesstraße sah gut aus:

Aufgerissener Asphalt in Haufen auf der Straße, die Alp am Rand

Kaputte Straße mit Schlaglöchern und Pfützen unter grauem Himmel

(Stellt euch mal vor, man kommt mit 60 oder 70 Sachen angeschossen und fährt in so einen Haufen voller Scheiße….. Halb so hoch wie das Vorderrad hängt der Asphalt lose auf den Straßen – geiles Gefühl)

In Ajagös angekommen, nach 4 Std. Fahrt, dachte ich, endlich Meter machen zu können. Dann musste ich schlichtweg so laut schreien wie am Kupplungstag.

Der gebrochene Givi-Träger am Heck der Alp

Der neue Givi sieht schlichtweg scheiße aus.

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Es war einfach göttlich und gut ausgegangen. Sowas von genial, ich habe nach einer kurzen Tobsuchtsattacke keine 3 Minuten später Hilfe bekommen. Ein Auto hielt an und hat mir so schnell geholfen.

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23 Km zurück hat es gehalten und direkt am Ortseingang befand sich ein Schweißer.

Der hat mal Hand angelegt wie kein anderer. Ich bin zuversichtlich, nein ich weiß, dass nach der Reparatur Schluss mit Fixen ist. Der Kollege hat eine Eisenstange komplett als Futter zum Schweißen eingehämmert, und losgelegt. Drei fette Dioden verbrannt, auf die Schweißnaht mehrmals gehämmert, ob sie hält und sagte: „anschrauben“.

Der Schweißer in seiner Werkstatt bei der Arbeit

Fertig – Vom totalen K.o. zum genialen Finale.

Funkenflug – der Givi-Träger wird geschweißt

Die Sache war nicht beendet. Mehrmals fragte ich, was er für seine Arbeit bekommt. Ich wollte ihm all mein Geld geben – 12 €, er nahm nur einen Teil und hat mich in sein Haus zum Chai, Essen, Trinken eingeladen.

Reich gedeckter Tisch bei der Familie vom Schweißer – Chai, Gebäck und Salate

Wir tauschten uns mit Händen und Füßen aus. Es ist schlichtweg unglaublich, diese Gastfreundschaft zu erleben. Wir erzählten von uns und tauschten uns aus. Ich solle auf jeden Fall hier schlafen. Nicht weiterziehen. Zwei Töchter: eine Flugbegleiterin, die andere Kindergärtnerin und das Telefon klingelte. Die Flugbegleiterin war am Telefon und hat mir empfohlen, ein Hostel um die Ecke zu nehmen….. sie hatte schlichtweg Angst um ihre Eltern. Ich bin auch umgehend aus dem Haus in das 100 Meter weiter gelegene Hostel. Mein Motorrad parkte immer noch bei der Familie im Hof. Naja, mal auf morgen gespannt.

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